Lage und Entstehungsgeschichte
Die Wurzeln der Bernischen Aviatik reichen in die Jahre von 1910 bis 1928 zurück. Die Berner Allmend war damals der «Bernische Flugplatz». Weitsichtige Unternehmer und Politiker erkannten das Entwicklungspotenzial dieses jungen Transportmittels. Es wurde dabei aber sehr bald klar, dass die agglomerationsnahe Fläche im «Beundenfeld» kaum ausbaubar war, um der rasanten Entwicklung der Luftfahrt zu genügen. Bern beabsichtigte den Anschluss nicht zu verpassen und erstand die grosse Landfläche im Belpmoos zwecks Bau eines Flughafens und Betrieb einer Fluggesellschaft. Im Jahre 1929 wurde die Alpar AG gegründet, um die volkswirtschaftlich förderlichen Effekte des Luftverkehrs auszuschöpfen. An diesem Grundauftrag hat sich bis heute nichts geändert. Ein Volk das nicht fliegt wird überflügelt!
Verändert hat sich in der Zwischenzeit das gesamte Umfeld. Die Luftfahrt ist zu einem unverzichtbaren Verkehrsträger geworden. Flugreisen haben sich von abenteuerlichen Wagnissen zu einer effizienten Mobilitätsform für alle gewandelt. Der Flughafen Bern-Belp hat sich im Laufe der Zeit entwickelt und ist heute zu einer topmodernen Luftfahrtinfrastruktur für den öffentlichen Luftverkehr (Linien- und Charterflüge) geworden. Ein weiterer wichtiger Bereich, der Individualverkehr zur Luft, die Allgemeine Luftfahrt gewerbsmässig und privat, hat seinen Stellenwert in Bern-Belp stets weiter ausbauen können. Der Individualverkehr ist mit all seinen Bereichen für die weitere Entwicklung der gesamten Luftfahrt von wesentlicher Bedeutung. Seit Beginn spielen auch die Flüge im Interesse des Bundes in Bern-Belp eine zentrale Rolle: Bern-Belp ist Bundesstadt-Flughafen.
Infrastruktur und Kapazität
Der Flughafen Bern-Belp verfügt über 1 Pisten aus Hartbelag (14/32). Der Flughafen-Terminal weist eine Kapazität von 300 Passagieren pro Stunde (Ankunft und Abflug) auf. Weitere Einrichtungen sind 5 Check-in Schalter, 2 Ticketing Schalter, ein Valet Parking, ein Rental Car Schalter, 1 Kiosk, 1 Cafébar je Landside und Airside, 1 Dutyfree Shop und 3 Gates. Mit einem öffentlichen Bus ist der Hauptbahnhof Bern sowie Belp erreichbar. Der Flughafen verfügt zudem über 10 Taxi-Standplätze und 8 Standplätze für Busse. Den Flugzeugen stehen 15 Standplätze zur Verfügung. 20 Flugbewegungen im IFR-Verkehr können abgewickelt werden. Die Luftfracht auf dem Flughafen Bern-Belp ist derzeit für die im regionalen Zubringerverkehr (Hub) tätigen Fluggesellschaften Lufthansa und Air France von untergeordneter Bedeutung. Dies gilt auch für die Charterflüge (Incoming und Outgoing) und die saisonalen Strecken. Mit dem vermehrten Einsatz von grösserem Fluggerät könnte sich dies jedoch ändern.
Strategische Ausrichtung
Der Flughafen Bern-Belp wird privatwirtschaftlich – frei von Subventionen und öffentlichen Betriebsbeiträgen – von der Alpar AG als konzessionierte Infrastrukturanlage des öffentlichen Luftverkehrs betrieben.
Die unternehmerische Ausrichtung basiert auf einer „4-Bein-Strategie“:
- Akquisition und Sukkurs am Linien- und Charterverkehr, als öffentlicher Verkehr
- Akquisition und Sukkurs an der Allgemeine Luftfahrt, als Individualverkehr
- Dienstleistungen zu Gunsten des Luftverkehrs im Bundesinteressen
- Flughafennahe Dienstleistungen und Bewirtschaftung von Immobilien
Der Flughafen soll als Motor für die wirtschaftliche und touristische Entwicklung der Grossregion– und als wesentlicher Standortfaktor – die grossregionale Anbindung an das internationale Luftverkehrsnetz sicherstellen. Die kantonalen Rahmenbedingungen sind in einem Leitbild zum Luftverkehr im Kanton Bern verwaltungsanweisend festgehalten.
Die Alpar AG setzt grosses Gewicht auf den Umweltschutz, die wirtschaftliche Entwicklung soll ohne zusätzliche Belastung erreicht werden. So sind beispielsweise seit mehreren Jahren in allen Anrainergemeinden die Immissionsgrenzwerte ES II mit guten Reserven eingehalten.
Bern-Belp ist auch Bundesstadt-Flughafen, damit Standortbasis des Lufttransportdienstes des Bundes und Empfangsort von Staatsgästen.
Die zentrale Lage, die effizienten Infrastrukturen und förderlichen Betriebsbedingungen bieten der Allgemeinen Luftfahrt, insbesondere im Bereich der Business-Jets, sehr beliebte Vorteile. Der Flughafen Bern-Belp engagiert sich, als grösster Regionalflughafen der Schweiz, in verschiedenen Dachverbänden. Er ist Gründungsmitglied der SIAA.
Projekte / Ausblick
Im Sinne eines planerischen Leitbildes umfasst der Masterplan die bauliche Entwicklung des Flughafens Bern-Belp von 2008 bis 2015. Der Masterplan wurde im September 2008 durch die Geschäftsleitung sowie den Verwaltungsrat der Alpar genehmigt. Er sieht eine Erweiterung der Flughafeninfrastrukturen vor. Angedacht ist eine Entflechtung der heutigen Betriebe. Auch hinsichtlich der zunehmenden Auflagen bezüglich Safety & Security durch die Behörden ist eine Erweiterung der Anlagen unabdingbar.
Übergeordnete europäische Bestimmungen legen den Flughäfen auf, ab dem 1. Juli 2009 die Aktivierung des Critical Parts umzusetzen. Zutritte oder Zufahrten in die als Critical Part bestimmte Zone ist ab dem Zeitpunkt der Aktivierung für alle Fahrzeuge, Personen und Waren nur nach vorgegangener Sicherheitsüberprüfung möglich. Diese Auflage ist mit verschiedenen infrastrukturellen und personellen Veränderungen verbunden. Unabdingbar sind neue Investitionen im Bereich der Security-Anlagen. Der Flughafen Bern-Belp ist dazu bestrebt, die auferlegten Vorschriften nicht nur baulich sondern in einem ersten Schritt prozessorientiert zu lösen.
Flughafenlayout
(not for operational & aeronautical use / no official publication)